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20.01.2026

Echt! Das hast du selbst gebaut?

Zu Besuch im Werksalon - dem Raum für Handwerk, Kreativität und Community

Ein Beitrag von Antoinette Rhomberg in ESSLING Nr. 13 - ein stadtteilmagazin (winter 2025/26, S.44-45). Fotos: Werksalon Co-Making Space.

Der Duft von Holz liegt in der Luft, mitten in Stadlau. Aber nicht nur der: eine kreative Atmosphäre des Selbermachens, fröhliche Konzentration, viel frisches und traditionelles Wissen. Wir sehen uns neugierig um. Was entsteht hier, wo Werkzeuge, Erfahrung und Leidenschaft geteilt werden? Nicht nur selbst gefertigte Möbel – getischlert und gepolstert – sondern auch neue Ideen, Netzwerke und sogar Zukunftsperspektiven. Aber der Reihe nach. 

Gemeinsam nutzen macht’s möglich

Einen Raum für gemeinsames, handwerkliches Arbeiten schaffen – egal ob für Beruf oder Freizeit – war die Vision bei der Gründung 2013. Das kannte man in unseren Breiten bis dahin nicht. Diese Vision hatten eine Wirtschaftswissenschafterin und ein Tischlermeister, Antoinette Rhomberg und Martin Papouschek. Und heute? Der Werksalon ist in über zehn Jahren mit seiner Community gereift und gewachsen. Er ist offene Tischlerei und Holzwerk-statt, Ort für handwerkliche Aus- und Weiterbildung, Reparatur-Café, Standort für Gründerinnen – und nicht zuletzt ein zertifiziertes Gemeinwohl-Unternehmen. Antoinette erklärt die Motivation für diesen wichtigen Schritt: „Wir wollen wirtschaften, ohne dass es auf Kosten von Menschen oder Umwelt geht. Ein Gemeinwohl-Unternehmen zu sein, macht uns happy, weil wir unsere persönlichen Werte auch unternehmerisch leben können.“ Es geht um Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitbestimmung – und wie sich das ganz konkret im eigenen Unternehmen umsetzen lässt.

Tischchen bauen, Stockerl polstern – Handwerk lernen

Muss ich denn schon tischlern können, um hier anzudocken? Tischler-meister Martin lacht: „Überhaupt nicht, dafür bin ja ich da. Und andere Meisterinnen.“ Oder wie es Kursteilnehmerin Lisa beschreibt: „Ich hätte anfangs nie gedacht, dass ich mir meinen Esstisch selbst bauen kann – hier im Werksalon ging das ganz super!“ Workshops und Kurse sind ein bewährter Einstieg für alle, die „etwas Echtes“ mit den eigenen Händen erschaffen und dabei eine intensive und gleichzeitig entspannte Zeit verbringen wollen. Gemeinsam mit Family & Friends – oder ganz bewusst als Me Time. „In unseren Tischlerkursen, Polster-Workshops oder Möbel-Reparatur-Tagen merken wir ganz deutlich: Menschen wollen das Handwerk erlernen – oder wiederentdecken“, beobachtet Martin. Um gut zum „restlichen Leben“ zu passen, sind die Kurse kompakt, praxisnah und machen vor allem Mut, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Tisch-Erbauerin Lisa ist nach ihrem Kurs zurückgekehrt, um ureigene Projekte umzusetzen, etwa um das Küchenkastl von der Oma endlich zu restaurieren. Für solche Anlässe gibt es die „Offene Werkstatt“. Wer Lust auf Handwerk, aber kein eigenes Werkzeug oder ausreichend Platz hat, findet hier die passende Infrastruktur: die voll ausgestattete Tischlerei mit Maschinen, Beratung und Community.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mir meinen Esstisch selbst bauen kann – im Werksalon ging das ganz einfach!“ Lisa, Workshopteilnehmerin

Raum für Selbständigkeit & Startrampe für Gründungen

Viele kommen rund ums Wochenende und werken in ihrer Freizeit. Andere nutzen den Co-Making-Space als Arbeitsplatz für das eigene Design-Label, als Werkstatt für Möbelproduktion- und Restaurierung oder als Standort für die kreative Selbständigkeit – oder auch den Weg dorthin. „Unsere Commu-nity hat viel Gründungsenergie, das hat sich in den letzten Jahren oft gezeigt“, freut sich Antoinette.

It’s the Community, sweetheart

„Der Austausch hier ist Gold wert“, weiß Co-Grüner Martin aus eigener Erfahrung. Er hat auch seine kleine, feine Möbelmanufaktur im Werksalon aufgebaut. „Man lernt ständig voneinander, hilft sich ganz niederschwellig, wächst gemeinsam.“ Die offene Struktur im Werksalon ermöglicht eine sehr flexible Nutzung: vom gelegentlichen Tag in der Werkstatt bis zur fixen Mitgliedschaft mit eigenem 24/7 Arbeitsplatz. Dadurch ist die Werk-statt-Community spannend bunt gemischt. Gewerbliche Profis und Freizeitnutzerinnen begegnen sich auf Augenhöhe, tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig. Und, nicht zu vernachlässigen, feiern gemeinsam. Wo viel gewerkt wird, soll auch genossen werden. Man freut sich schon aufs interne Werksalon Weihnachtsfest, ist zu vernehmen.

Reparieren statt wegwerfen

Wer hat es nicht daheim, das persönliche Möbelstück, das aber schon lange nicht mehr das schönste oder stabilste ist. Aber viel zu wichtig zum Weggeben, obwohl es eigentlich eine Rundumerneuerung braucht! Hier kann geholfen werden. Einmal im Monat finden die Möbel-Reparatur-Tage statt, bei denen alte Holzmöbel mit fachkundiger Beratung auseinandergenommen, neu verleimt und oberflächenbehandelt werden – inklusive Reinigung, Schleifen, Beizen oder Lasieren.

„Man lernt von einander, hilft sich, wächst gemeinsam.“ Martin Papouschek, Werksalon

Nicht immer geht’s um Holz – seit Kurzem kann man auch mitgebrachte Elektrogeräte angeleitet selbst reparieren: im monatlichen Reparatur-Café in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helden des Repair Team Wien! Die Co-Reparatur defekter Geräte ist kostenlos (Spenden fürs Repair-Team sind sehr willkommen) und hat einen großen Lerneffekt. Was nicht mehr ganz funktioniert, bekommt so eine zweite Chance. Gute Sache!

What a ride!

Ein Besuch, so viele Eindrücke, Möglichkeiten und spannende Menschen. Hier ist etwas Besonderes am Werk. Das spürt man. Wir werden wohl wiederkommen müssen, um alles zu erkunden. Und endlich etwas selber zu bauen – ein Nachtkästchen würde uns gefallen! 

 

WERK-SALON Co-Making Space

Offene Werkstatt für Holz & Gestaltung

Zertifiziertes Gemeinwohl-Unternehmen

Kurse, Werkstatt, Atelier undReparatur-Café

Stadlauerstraße 41a, 1220 Wien

www.werksalon.at

www.instagram.com/werksalon

ÖffnungszeitenDo, Fr, Sa: 11-19 Uh

Weitere Bilder:

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Gründerteam Antoinette Rhomberg und Martin Papouschek.

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Polstern lernen im Polsterkurs "Paula".

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Offene Werkstatt: Raum und Beratung für eigene Möbelideen.

Autorin: Antoinette Rhomberg, Fotos: Werksalon Co-Making Space


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