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Fotocredit: Unsplash

Gut zu wissen: Das Palmöl

Ein Fett, viele Fettnäpfchen.  

Ein Beitrag von unseren Netzwerkpartnerinnen Natalie Dietrich und Maria Hösch, Marlie+Fengg im Rahmen der Blogserie "Gut zu wissen".

Palmöl ist in unserer Gesellschaft sehr umstritten. Aber warum eigentlich? Und warum lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen? 

Es gibt keine Pflanze, die einen so hohen Ernteertrag erreicht wie Palmöl. Die Ölpalme ist ein biologischer Kratzprotz, sie trägt bis zu vier Ernten im Jahr. Die Anbauflächen von Alternativen wie Kokosöl oder regionalem Sonnenblumenöl müssten deshalb vier Mal größer sein, um denselben Ernteertrag zu erzielen. Dadurch ergeben sich für die Industrie viele Vorteile und deshalb wird Palmöl sowohl in der Kosmetik als auch in der Lebensmittelproduktion, und anderen Bereichen wie zB zur Kerzengewinnung, ausgiebig verwendet. Palmöl muss außerdem nicht mehr gehärtet werden und ist oxidationsstabiler als andere Fette.  

Wo ist nun das Problem? 

Palmöl ist in seinen Herstellungsländern sehr günstig zu erwerben und dadurch lassen sich natürlich einfach hohe Gewinne erzielen. Viele Palmölplantagen werden durch Rodung von (Regen)Wäldern gewonnen, was eine Katastrophe für Flora und Fauna. Allein mit den durch die Brände freigesetzten CO2 erzeugte Indonesien tageweise einen höheren Ausstoß an CO2 als die gesamte USA. 

Eine weiterer Faktor ist die industrielle Verarbeitung von Palmöl und deren Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) warnt vor unerwünschten Stoffen in Lebensmitteln, die bei der Verarbeitung (Hocherhitzen) von Palmöl entstehen können. Einer dieser Stoffe ist Glykidol, der laut WHO als „wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen“ eingestuft ist. 

Was kann ich tun? 

Für uns als Konsumentinnen und Konsumenten gilt daher: Genauer auf die Inhaltsstoffe achten, auf Lebensmittel verzichten, die Palmöl enthalten. Bei Waschmitteln, Kosmetik und anderen Haushaltsmitteln genau hinsehen, was drin ist, und nur Produkte mit Palmöl aus zertifiziert kontrolliertem Anbau verwenden. Bei Palmöl aus Bio- und zertifiziert kontrolliertem Anbau dürfen keinesfalls Regenwälder gerodet, Landrechte missachtet, Menschen vertrieben und der Lebensraum von Pflanzen und Tieren unwiderruflich zerstört werden. 

Fazit 

Aufgrund seines hohen Ertrags und seiner universellen Einsetzbarkeit ist Palmöl gewissermaßen ein „nachhaltiger“ Rohstoff, was seinen Einsatz in Kosmetik und Haushaltsartikeln betrifft, weil dafür am wenigsten Land für den meisten Ertrag erzielt wird. Der Raubbau durch Industrie und Kapitalismus ist der grundlegendste Faktor für den mittlerweile schlechten Ruf des Palmöls. Die Verwendung von Palmöl aus kontrolliertem Anbau ist am ressourcenschonendsten und ethisch vertretbar. Die Verwendung von Palmöl in Nahrungsmitteln ist aus gesundheitlicher Sicht zumindest als umstritten einzustufen. 

Drei Tipps für den Alltag  

1. Informieren! Inhaltsstoffe (INCI) auf Produkten lesen und lesen lernen. Die Reihenfolge der Nennung beschreibt die Verwendung der Inhaltsstoffe in absteigender Menge.

2. Auf die Ernährung achten! Verzicht auf Fertiggerichte und industriell verarbeitete Lebensmittel (diese enthalten in den meisten Fällen Palmöl)

3. Produktfindungs-Apps zu Hilfe nehmen, wenn man sich bei den INCIs noch nicht so gut auskennt, z.B. Codecheck oder Toxfox -  gibt es als Seiten im Internet und als App fürs Handy. 

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Über die Autorinnen

Natalie Dietrich und Maria Hösch haben gemeinsam  die Naturkosmetik-Manufaktur Marlie+Fengg gegründet.

Wir von Marlie+Fengg leben Kosmetik auf natürliche Weise. Wir lieben das Gefühl von gesunder, strahlender Haut. Die Natur schenkt uns viele wunderbare Rohstoffe, die wir mithilfe von traditionellem Handwerk und zeitgemäßer Wirkstofftechnologie zu hochwertiger Pflegekosmetik verarbeiten. Unser Wissen geben wir auch gerne in Workshops weiter – dadurch erhältst du die Möglichkeit, hochwertige Rohstoffe auszuprobieren und diese selbst zu individueller Kosmetik zu verarbeiten.

Telefon: +43 664 2005165

E-Mail: info@marlie-fengg.com

Internet: www.marlie-fengg.com

Rauchfangkehrergasse 35/1/14, 1150 Wien

Noch ein Tipp zum Schluss: In ihrem aktuellen Youtube Video zeigen euch Natalie und Maria, wie man schnell und einfach einen pflegenden Lippenbalsam macht - natürlich ganz ohne Palmöl, dafür mit innovativem Wirkstoff und Praxistipp für Zuhause: DIY-Rezept Lippenbalsam "Pocket Lips"

AutorIn:

Michaela Mainer


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